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ZDFneo legt nach: „Vertrieben. Das Experiment!“

Nach der Aufregung um die ZDFneo Produktion „Auf der Flucht“ reagiert der Sender nun auf die Kritik. Eine Online-Petition, in der die Absetzung der Sendung gefordert wird, haben bereits über 30.000 Menschen unterzeichnet. „Wir haben die anregende Diskussion verfolgt und stellen uns den Herausforderungen“, drängte eine PR-Person Erdbeeren im Winter bei einer Pressegala auf. Man müsse das Konzept der Sendung jedoch auch gegen linksextremistische Verunglimpfungen verteidigen. „‚Auf der Flucht‘ zielt auf die Emotionen der deutschen Zuschauer. Sozialstudien haben festgestellt, dass Deutsche kein Mitgefühl empfinden können. Anstelle dieser Emotion sitzt etwas, das die Wissenschaft als ‚Mit-Mitgefühl‘ bezeichnet“ sagte die PR-Person. Dabei handele es sich um eine gefühlsartige Regung, die entstehe, wenn Deutsche Deutsche leiden sähen. Dieses Gefühl ließe sich einsetzen, um dem natürlichen Fremdenhass der Deutschen zu überdecken und Deutschland als Wirtschaftsstandort attraktiver zu machen.

Nach „Mit-Mitgefühl“ steht Integration in Zentrum

Eine neue Show sei in Planung und werde diesen Winter gedreht. Ging es bei „Auf der Flucht“ darum, dass Deutsche um die Wette aus Europa flüchten, um die Flucht nach Europa zu simulieren, stehen in der Brudersendung „Vertrieben. Das Experiment!“ die Geflüchteten im Vordergrund. So plane ZDFneo, Flüchtende aus Asylunterkünften zu entführen und sie zwischen November und Februar die Vertreibung der Deutschen aus Schlesien und Pommern nacherleben zu lassen. „Die Flucht aus dem Osten Deutschlands vor den barbarischen Russen war für viele Deutsche ein traumatisches Erlebnis. Ohne diese Erfahrung ist eine Integration in dieses Land nicht vorstellbar“, sagte der vertriebenenpolitische Sprecher von ZDFneo mit zitternder Stimme. Die Tränen mühsam zurückhaltend erklärte er das Sendungskonzept von „Vertrieben“: „Die Asylanten kriegen eine Pferdkutsche und müssen den Weg von Vorpommern nach Königsberg zurücklegen. Dabei werden sie von Komparsen verfolgt. Diese spielen gnadenlose Russen, die den unschuldigen Deutschen nach dem Leben trachten.“ Die Überlebenden dürften schließlich in die Flüchtlingsunterkunft zurückkehren, um auf ihre Abschiebung zu warten. Unter ihnen würde jedoch eine Aufenthaltserlaubnis für 14 Monate verlost. Doch auch die Rückkehrenden hätten gewonnen: Nämlich die Erkenntnis, wie sehr die Deutschen zum Ende dieses schrecklichen Krieges im letzten Jahrtausend gelitten haben.

„Vertrieben. Das Experiment!“ läuft an allen Weihnachtstagen 2014 um 20.15 Uhr im ZDF und ZDFneo.


Veteranentag und Veteranenmal für Deutschland

Im öffentlichen Diskurs offenbart sich seit kurzen ein neues Thema:

Braucht Deutschland einen Veteranentag?

Die Antwort kann natürlich nur lauten: Ja! Und noch mehr: Deutschland benötigt nicht nur einen Tag im Jahr, an dem Militärparaden von der Straße des 17. Juni bis zur Frankfurter Alle in Berlin durchziehen, sondern auch ein Ehrenmal der tapferen Verteidiger des Vaterlandes.

Die Bundesregierung hat bereits einen ersten Entwurf des Dresdner Volkskünstlers Manfred Rüdiger erhalten. Rüdigers Ehrenmal soll die besondere Verantwortung für Deutschland, die Gefahr des Todes und die Überwindung der Angst durch Willen und Entschlossenheit darstellen. Dazu plant er eine 22 Meter hohe Statue eines Obergefreiten. Der Soldat soll mit der rechten Hand einen afghanischen Totenschädel und mit der linken seinen Penis umschließen. Ganz so, wie sich auch wirkliche Veteranen der Bundeswehr positionierten, um ihre eigene Angst abzureagieren. Das Vaterland soll durch die Bronzelegierung der Statue versinnbildlicht werden. Deutschland belegte in den zwei Weltkriegen des letzten Jahrhundert nur jeweils den dritten Platz. Als Ort der Soldatenstatue sind bisher der Hof des Bendlerblocks, der Helmholtz Platz oder das Zentrum eines Stelenfeldes in Berlin-Mitte im Gespräch.


Herr Vader von der BAD Bank

BAD Bank

BAD Bank

Nachdem die Bundesregierung die von führenden Wirtschaftsexperten geforderte Einrichtung einer Bad Bank Mitte diesen Jahres angeregt hatte, eröffnete heute die BAD Bank ihre erste Filiale in Berlin. EiW Reporter Rolf Polkappenschmelze hat sich dort einmal umgesehen.

Trist und grau ist der Bordstein vor der Filiale in der Tauentzienstraße 21-24. Vereinzelte iPhone- und Bugatti-Verpackungen werden vom Wind aufgewirbelt. Menschen in schlichten Pelzmänteln und abgetragenen Armani Anzügen frequentieren den Eingangsbereich.

Im Dachgeschoss es ehemaligen Luxuskaufhauses erwarten uns Geschäftsführer Anakin Vader und Pressesprecher J. J. Binks. Das Büro ist klein, ungemütlich und der Schreibtisch, bis auf einen kleinen Teller Butterkekse und das Bild eines alten Mannes mit grimmigen Blick, leer. Nach kurzem Händedruck und angedeutetem Bruderkuss aufs Genital des Gegenübers setzen wir uns und beginnen das Gespräch.

EiW: Herr Vader… wir dürfen doch Änni sagen, nicht wahr?

Vader: Räuspert sich…

Binks: Ja! Ja! Änni.

Vader: Verzieht die Stirn. Na gut. Aber sagen Sie: Mächtiger Änni.

Krämpelt nie die Ärmel hoch - Anakin Vader.

Krempelt nie die Ärmel hoch - Anakin Vader.

EiW: Mächtiger Änni, Sie waren Oberbefehlshaber einer imperialistischen Armee, führendes Mitglied eines daoistischen Kultes und Kampfpilot. Warum jetzt der Schritt in die Wirtschaft?

Vader: Nun ja, atmet schwer, aus gesundheitlichen und familiären Gründen war ich gezwungen, meine religös-imperiellen Tätigkeiten aufzugeben. Meine Kinder führten einen Putsch gegen mich und meinen damaligen Chef und Lebensgefährten Jörg Palpatine aus, der eine Rückkehr in diesen Sektor unmöglich machte. Die Wirtschaft erschien mir darob als ein gutes Betätigungsfeld.

EiW: Ihr wirtschaftlicher Werdegang hat einiges aufzubieten. Tätigkeiten für IG Farben, BASF, Siemens, SAP, Monsanto und ein Praktikum bei Microsoft. Wie sind Sie danach ausgerechnet im Bankensektor gelandet.

Vader: Es war mehr eine Art Zufall, oder besser: Bestimmung. Mein Praktikum bei Microsoft lief gerade aus, da rief mich mein alter Freund Richard Cheney an – wir kannten uns aus alten Todesstern Zeiten – und fragte, ob ich nicht Interesse hätte in Deutschland eine Bank zu leiten. Erst sagte mir der Gedanke nicht so recht zu, doch als er erwähnte, es handele sich um eine Bad Bank, war ich sofort Feuer und Flamme. Hustet und atmet schwer ein.

Eine Woche später überreichte mir Kanzler Jauch die Schlüssel für mein neues Imperium. Lacht blechern. Nein, ernsthaft. Nach einem wunderbar bürokratischen Prozess schickte mir das Ministerium für Finanzen und Soziales die Schlüssel.

EiW: Wir befinden uns hier im ehemaligen Kaufhaus des Westens. Warum wurde ausgerechnet dieses Gebäude für die BAD Bank ausgewählt?

Feierliche Übergabe der ersten Aktien an die BAD Bank.

Feierliche Übergabe der ersten Aktien an die BAD Bank.

Vader: Wir, die BAD Bank, haben dieses Gebäude aus zwei wichtigen Gründen ausgewählt. Der erste ist schlichtweg praktischer Natur. Aktien existieren ja nicht ausschließlich in rein elektronischer Form, sondern auch als Papiere. Das ehemalige Kaufhausgebäude bietet genügend Raum für die zu erwartende Menge an toxischen Papieren. Die HRE-Aktien allein belegen schon die Bereiche Herrenunterwäsche, Feinkost und Handfeuerwaffen. Der Raum entspricht also den zu erwartenden wirtschaftlichen Entwicklungen. Notfalls stehen in der Nähe noch genug andere Gebäude leer, die wir anmieten können.

Zweitens hat die Wahl dieses Gebäudes einen psychischen Charakter. Viele unser jetzigen Kunden haben den Weg hierher vollkommen verinnerlicht. Dies war der einzige Ort, an dem sie selbst ihre täglichen Einkäufe tätigten. In die Discounter schickten sie ihre Dienstboten und Mägde. Das Vermögen größtmögliche Flexibilität im Finanzgeschäft aufzufahren bedurfte psychologisch eines Maximums an Monotonie in allen anderen Lebensbereichen. Dies bedeutete verkürzt: KDW, FDP, Porsché…

EiW: Sie erwähnten gerade FPD. Dort sind Sie als Chef der staatlich finanzierten BAD Bank zutiefst verhasst. Wie gehen Sie damit um?

Vader: Wissen Sie, aus meinen alten Jobs kenne ich das Gehasst-werden noch zu gut. Neu ist für mich allerdings die Machtlosigkeit meiner Person. Angst empfinde ich seit langem schon nicht mehr. Genau wie Liebe. Dennoch ist es unschön, dass jungliberale Schlägerbanden mir nachts auflauern, mein Haus und Auto mit Goldbarren zu bewerfen und mit Kaviar an meine Tür ‚Sozialistensau‘ schreiben. Dass es mir verboten ist, sie zu töten, wie ich es früher oft mit meinen Feinden und Ex-Freunden tat, macht mich traurig. Atmet schwer.

EiW: Kommen wir aber weg von den Gefühlen. Das Konzept einer Bad Bank sieht vor, dass diese, sobald sich die wirtschaftliche Lage wieder normalisiert hat, die toxischen Papiere, im Idealfall mit Gewinn, in den ökonomischen Kreislauf reintegriert beziehungsweise Bürgschaften für faule Kredite übernimmt und/oder als spezielles Inkassounternehmen arbeitet. Wie gedenken Sie das umzusetzen? Schlau: Glauben Sie, dass es wie in den 1990er Jahren in Schweden funktionieren wird?

Anakin Vader im Gespräch mit EiW Reporter Rolf Polkappenschmelze.

Anakin Vader im Gespräch mit EiW Reporter Rolf Polkappenschmelze.

Vader: Ja.

EiW:… Können Sie dazu mehr sagen?

Vader: Ja.

EiW:… Das ist nicht komisch.

Vader: Entschuldigen Sie, ich arbeite gerade an meinen social skills. Aber um Ihre Frage ausführlicher zu beantworten: Im Bereich Inkasso kann ich auf die Erfahrungen und Methoden meiner ersten Berufslaufbahn zurückgreifen. Dickie (Cheney, A. d. Red.) hat mich schließlich nicht umsonst in diesen Job gelobt. Was den zukünftigen Verkauf der toxischen Papiere angeht, kann ich keine Gewinnversprechungen machen außer 2,578. Alles weitere hängt am Wirtschaftsprogramm der Schwarz-Braunen Koalition.

EiW: Herr Vader, wir danken für dieses Gespräch.

Vader: Sie sind alleine, da benutzt man den grammatischen Numerus Singular.


Wir sind wieder wer!

Bundespräsident Köhler nimmt UN-Medaille entgegen


New York – Am heutigen Morgen hat Bundespräsident Horst Köhler stellvertretend für
alle Deutschen eine Medaille der Vereinten Nationen entgegengenommen.
Bei einer feierlichen Zeremonie überreichte der Generalsekretär Ban
Ki-Moon die neue geschaffene Auszeichnung.


„Die Deutschen sind ein Vorbild für alle Völker dieser Erde.
Selbstaufopferung zum Wohle aller anderen, das ist wirklich ein großer
Schritt.“ Sagte Ban in seiner Lobpreisungsrede. „Der Verzicht auf
Fortpflanzung und damit die Entscheidung endlich auszusterben hilft der
gesamten Weltbevölkerung den begrenzten Raum zukünftig sinnvoll zu
nutzen.“


Horst Köhler dankte dem Generalsekretär und versprach, dass der deutsche
Staat auch künftig alles daran setzen werde, die Vermehrung seiner
angestammten Bevölkerung einzudämmen. „Dabei arbeiten alle Deutschen
Hand in Hand. Die Industrie verwöhnt die Bevölkerung mit
wohlschmeckenden, Potenz mindernden Weichmachern und die deutschen
Konsumenten haben sich zu mehr Pornografie- und TV-Konsum
verpflichtet.“ Wenn die Deutschen spätestens in 50 Jahren ausgestorben
seien, stünden alle Einrichtungen und Gegenstände den neuen Besitzern
zur uneingeschränkten Nutzung zur Verfügung, so Köhler großzügig.

Aber auch kritische Töne gab es bei der Verleihung. So rügte Generalsekretär
Ban die vom Sachsen-Anhaltinischen Ministerpräsidenten Wolfgang Böhmer
als „ostdeutsche, postnatale Bevölkerungsdichten-Kontrolle“
bezeichneten Maßnahmen zur Erreichung dieses hohen Ziels.
Bundespräsident Köhler entschuldigte sich für diese „schwachsinnige
Äußerung eines Grenzdebilen“ und gelobte die Total-Verhütung mit allen
humanen Mitteln umzusetzen.